|
Elektronisches Nachschlagewerk
Home
Inhalt!
Stichwortverzeichnis
Ampère, André Marie
(1775-1836),
französischer Mathematiker und Physiker, bekannt durch seine
hervorragenden Beiträge zur Elektrodynamik. Ampère wurde in Polémieux-au-Mont-d’Or
bei Lyon geboren. Er beschäftigte sich zunächst mit der
Wahrscheinlichkeitstheorie und arbeitete als Physiklehrer in Bourg und Lyon. Später
erhielt er eine Professur an der Ècole polytechnique und am Collège de France.
Nach ihm ist das Ampere (A), die Einheit des elektrischen Stromes, benannt.
Seine elektrodynamische Theorie und seine Überlegungen zum Verhältnis zwischen
Elektrizität und Magnetismus veröffentlichte er in den Werken Recueil
d’observations électrodynamiques (1822) und Sur la théorie mathématique des
phénomènes électrodynamiques (1826). Ampère erfand das astatische Nadelpaar,
das die Grundlage für das moderne astatische Galvanometer bildete (siehe
Elektronische Messgeräte). Er erkannte, dass sich zwei stromdurchflossene
parallele Leiter weiter gegenseitig anziehen, wenn der Strom in die gleiche
Richtung fließt, und gegenseitig abstoßen, wenn der Strom in entgegengesetzte
Richtung fließt (Ampèresche Regel).
zurück zum Stichwortverzeichnis
Ampere
Basiseinheit des elektrischen Stromes mit dem Einheitenzeichen
A. Die Einheit erhielt ihren Namen zu Ehren des französischen Physikers André
Marie Ampère. Ein Ampere wurde ursprünglich als Fluss von einem Coulomb
Elektrizität pro Sekunde definiert. Später wurde es als der Strom festgelegt,
der beim Durchfluss durch zwei parallele Leiter unendlicher Länge und mit
vernachlässigbarem Leistungsquerschnitt im Vakuum bei einem Abstand von einem
Meter eine Kraft von 2 × 10-7 Newton pro Meter erzeugt. Siehe
elektrische Einheiten; Internationales Einheitensystem.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Batterie
Batterie, Vorrichtung, mit der chemische Energie in elektrische
umgewandelt werden kann. Die Batterie besteht aus zwei oder mehreren
Elektrolysezellen (siehe elektrische Zelle), die in Reihe oder parallel
geschaltet sind. Für Kraftfahrzeuge wurden einige neuartige Varianten
entwickelt. Besonders Elektroautos benötigen verbesserte Versionen der
konventionellen Speicherbatterien. Diese sind aber derzeit technisch noch nicht
ganz ausgereift. Entweder bringen sie eine zu geringe Leistungsdauer, sind zu
teuer, zu groß oder stellen für die Umwelt ein Problem dar. Verbesserte
Batterien, die für einen Einsatz in Elektroautos geeignet sind, enthalten
Lithium-Eisensulfid, Zink-Chlor, metallisches Nickelhydrid und Natrium-Schwefel.
Auch Stromversorgungsgesellschaften sind an der Entwicklung derartiger Batterien
beteiligt, da sie für "Ladungsnivellierungen" (um auftretende
Ladungsschwankungen im System auszugleichen) eingesetzt werden können. Die
Batteriemodule könnten an Stellen mit wechselndem Bedarf integriert werden. Sie
verursachen nur geringe Probleme für die Umwelt und beanspruchen wenig Platz.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Dielektrikum
oder Isolator (Nichtleiter), eine Substanz, die Elektrizität
nur schwach oder gar nicht weiterleitet und daher die Kräfte eines anliegenden
elektrischen Feldes aushalten kann. Elektrisch leitende Substanzen haben diese
Eigenschaft nicht. Zwei unterschiedlich elektrisch geladene Körper, die auf
beiden Seiten eines Glasstückes (eines Dielektrikums) angebracht werden, ziehen
sich gegenseitig an. Wenn jedoch ein Stück Kupfer (ein Leiter) zwischen die
beiden Körper gebracht wird, sorgt das leitende Kupfer für einen Ausgleich der
Ladungen.
In den meisten Fällen erhält ein Dielektrikum seine
Eigenschaften durch Polarisation. Wenn ein Dielektrikum in ein elektrisches Feld
gebracht wird, richten sich die im Dielektrikum enthaltenen Dipole nach dem Feld
aus. Unter Dipol versteht man allgemein die Anordnung zweier entgegengesetzter
Ladungen – z. B. ein Molekül mit einem elektrisch positiven und elektrisch
negativen Ende. Aufgrund dieser Polarisation steht das Dielektrikum unter
Spannung und speichert Energie, die wieder abgegeben werden kann, sobald das
elektrische Feld entfernt wird. Die Polarisation eines Dielektrikums ähnelt der
Polarisation bei der Magnetisierung eines Eisenstücks. Wie bei einem Magneten
bleibt ein Teil der Polarisation erhalten, wenn die Polarisierungskraft entfernt
wird. Ein Dielektrikum aus einer Wachsplatte, die unter elektrischer Spannung
gehärtet wurde, bewahrt seine Polarisation über Jahre hinweg. Ein solches
Dielektrikum wird als Elektret bezeichnet.
Die Leistungsfähigkeit eines Dielektrikums, Energie zu
speichern wird im Vergleich zum Vakuum ausgedrückt. Bei dieser Dielektrizitätskonstante
wurde der Wert für Vakuum als eins festgelegt. Die Werte dieser Konstante
variieren von etwas über eins für Luft bis über 100 für bestimmte
Keramiksorten (z. B. Bariumtitanad = 109, Ferroelektrika bis 12 000). Quarzglas,
Glimmer, Porzellan und einige chlorierte bzw. nichtchlorierte Aromaten haben
Konstanten im Bereich von zwei bis neun. Die Fähigkeit eines Dielektrikums,
elektrischen Feldern ohne Verlust ihrer isolierenden Eigenschaft standzuhalten,
wird als Durchschlagsfestigkeit bezeichnet. Ein gutes Dielektrikum muss einen
Großteil seiner gespeicherten Energie abgeben, wenn das elektrische Feld
umgekehrt wird. Der Anteil, der bei der so genannten elektrischen Friktion
verloren geht, wird Leistungsfaktor des Dielektrikums genannt. Besonders
Dielektrika mit einer hohen Dielektrizitätskonstanten, sind in allen Zweigen
der Elektrotechnik weit verbreitet, da sie zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit
von Kondensatoren beitragen. Siehe Isolation.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Dreheisenmesswerk
Ein weiteres elektromagnetisches Messgerät ist das
Dreheisenmesswerk oder Weicheiseninstrument. Dabei befinden sich zwei
Weicheisenteile, eines fixiert und eines beweglich aufgehängt, zwischen den
Polen einer langen, zylindrischen Spule. Durch die Zylinderspule wird ein
Mess-Strom geleitet. Der Strom magnetisiert die beiden Teile gleich stark,
gleichgültig, in welche Richtung der Strom fließt. Die Stromstärke wird durch
Messen der Ablenkung des beweglichen Teiles festgestellt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrische Eigenschaften von
Festköpern
Die erste Beobachtung künstlich erzeugter Elektrizität waren
die Eigenschaften bestimmter harzartiger Substanzen wie beispielsweise
Bernstein, die sich beim Reiben an einem Stück Fell oder Wollstoff negativ
aufluden und dann kleine Gegenstände (z. B. Papier) anzogen. Ein solcher Körper
besitzt einen Elektronenüberschuss. Ein mit Seide geriebener Glasstab weist
eine ähnliche Anziehungskraft auf ungeladene Körper auf und zieht negativ
geladene Körper sogar noch stärker an. Das Glas besitzt eine positive Ladung,
die als Elektronenmangel oder als Protonenüberschuss beschrieben werden kann.
In Festkörpern bilden Elektronen den "Kit" zwischen
den Atomen. Diese Elektronen sind unterschiedlich fest an die Atome gebunden –
je nach dem ob es sich dabei um Isolatoren, Halbleiter oder Leiter handelt. In
Leitern werden die Elektronen leicht freigesetzt. Besonders Metalle wie
beispielsweise Kupfer und Silber sind gute Leiter. Siehe elektrischer Leiter.
Stoffe, in denen die Elektronen fest an die Atome gebunden sind,
bezeichnet man auch als Isolatoren, Nichtleiter oder Dielektrika. Glas, Gummi
und trockenes Holz sind Beispiele hierfür.
Eine dritte Art Material ist ein Feststoff, in dem eine relativ
kleine Anzahl von Elektronen frei werden kann. Dabei entsteht an den Stellen, wo
Elektronen fehlen, ein Loch. Das Loch, das die Abwesenheit eines negativen
Elektrons darstellt, verhält sich so, als ob es positiv geladen wäre. Ein
elektrisches Feld verursacht sowohl die Bewegung des negativen Elektrons als
auch des positiv geladenen Loches durch das Material, wodurch im Endeffekt
elektrischer Strom fließt. Derartige Materialien bezeichnet man als Halbleiter.
Halbleiter besitzen im Allgemeinen einen höheren elektrischen Widerstand als
Leiter wie beispielsweise Kupfer. Gegenüber Isolatoren wie Glas ist ihr
elektrischer Widerstand allerdings geringer. Wenn die Bewegung der negativen
Elektronen den größten Teil des Stromes ausmacht, wird der Halbleiter als
n-Typ bezeichnet. Wenn es jedoch die positiven Löcher sind, handelt es sich um
einen p-Typ-Halbleiter.
Bei einem idealen Leiter würde eine Ladung ohne Widerstand
durch ihn hindurchgehen, während ein idealer Isolator keinen Ladungsdurchgang
zuließe. Es ist keine Substanz bekannt, die bei Zimmertemperatur eine der
beiden Eigenschaften aufweist. Die besten Leiter bei Zimmertemperatur besitzen
einen geringen elektrischen Widerstand, der aber nicht den Wert Null annimmt.
Die besten Isolatoren besitzen bei Zimmertemperatur einen hohen, aber nicht
unendlich hohen Widerstand. Einige Materialien verlieren jedoch bei Temperaturen
nahe dem absoluten Nullpunkt ihren gesamten Widerstand. Diese Erscheinung wird
als Supraleitfähigkeit bezeichnet.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrische Kapazität,
die Fähigkeit eines Kondensators, Elektrizität zu speichern.
Die Kapazität eines Kondensators wird in Farad (abgekürzt: F) gemessen und mit
der Formel C = Q/U berechnet, wobei Q die Ladung (in Coulomb) auf einem der
Leiter und U die Spannungsdifferenz (in Volt) zwischen den Leitern ist. Die
elektrische Kapazität hängt allein von der Dicke, der Fläche und der
Zusammensetzung des Dielektrikums im Kondensator ab.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrische Ladungen
Ein quantitatives Messgerät mit dem sich elektrische Ladungen
nachweisen lassen ist beispielsweise das Elektroskop. Dieses Gerät zeigt auch
an, ob die Ladung negativ oder positiv ist und es bestimmt und misst die
Intensität von Strahlung. In Abb. 1 wird das Gerät so dargestellt wie es
zuerst von dem britischen Forscher Michael Faraday benutzt worden ist. Das
Elektroskop besteht aus zwei dünnen Metallfolien (a, a_), die an einer
metallischen Befestigung (b) in einem Glas oder einem anderen nichtleitenden Behälter
(c) hängen. Im Knauf (d) werden die elektrischen Ladungen gesammelt; die
(positiven oder negativen) Ladungen leitet man über die metallische Aufhängung
in beide Folien. Die gleichen Ladungen stoßen sich gegenseitig ab, wobei ihre
Entfernung grob den Ladungsmengen entspricht.
Es gibt drei Verfahren, um einen Körper elektrisch aufzuladen:
(1) der Kontakt mit einem anderen Körper, der aus einer nichtähnlichen
Substanz besteht (wie z. B. der Kontakt von Bernstein mit Fell) mit anschließender
Trennung; (2) der Kontakt mit einem anderen geladenen Körper; und (3) die
Induktion.
Die Wirkung elektrischer Ladungen auf Leiter und Nichtleiter
wird in Abb. 2 gezeigt. Ein negativ geladener Körper A befindet sich zwischen
einem neutralen Leiter B und einem neutralen Nichtleiter C. Die freien
Elektronen im Leiter werden abgestoßen und wandern auf die von A abgewandte
Seite, die positiven Ladungen hingegen werden angezogen und bewegen sich auf die
zugewandte Seite. Der ganze Körper B wird von A angezogen, da die Anziehung
zwischen den nahe beisammen liegenden ungleichen Ladungen größer ist als die
Abstoßung der gleichen Ladungen, die weiter voneinander entfernt sind. Die Kräfte
zwischen elektrischen Ladungen verändern sich umgekehrt (invers) zum Quadrat
der Entfernung zwischen den Ladungen. Im Nichtleiter C können sich die
Elektronen nicht frei bewegen. Dennoch richten sich die Atome oder Moleküle des
Nichtleiters so aus, dass ihre gebundenen Elektronen so weit wie möglich von A
entfernt sind. Auch der Nichtleiter wird von A angezogen, allerdings weniger
stark als der Leiter.
Die Bewegung der Elektronen im Leiter B in Abb. 2 und die
Ausrichtung der Atome des Nichtleiters C verleihen diesen Körpern positive
Ladungen auf den A zugewandten Seiten und negative Ladungen auf den von A
abgewandten Seiten. So erzeugte Ladungen heißen induzierte Ladungen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrische Messungen
Der Ladungsfluss, also der Strom in einem Draht, wird als die
Anzahl der Coulomb pro Sekunde gemessen, die durch eine bestimmte Stelle des
Drahtes fließen. Ein Coulomb pro Sekunde entspricht einem Ampere – das ist
die nach dem französischen Physiker André Marie Ampère benannte Einheit des
elektrischen Stromes (s. u.).
Eine weit verbreitete Energieeinheit in der Atomphysik ist das
Elektronenvolt (eV). Sie entspricht der Energiemenge, die ein Elektron aufnimmt,
das mit einer Potentialdifferenz von einem Volt beschleunigt wird. Es ist eine
kleine Einheit, die häufig mit einer Million oder einer Milliarde multipliziert
wird. Die resultierenden Einheiten lauten Megaelektronenvolt (MeV) bzw.
Gigaelektronenvolt (GeV). Siehe Elektronenvolt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrizität
Elektrizität, Sammelbezeichnung für physikalische
Erscheinungen, die sich aus der Existenz von Ladungen und dem Zusammenwirken von
Ladungen ergeben. Wenn eine Ladung unbeweglich oder statisch ist, übt sie Kräfte
auf in der Nähe befindliche Körper aus. Wenn Ladung in Bewegung ist, erzeugt
sie zusätzlich magnetische Wirkungen. Elektrische und magnetische Wirkungen
werden auch durch die relative Lage und Bewegung von positiv und negativ
geladenen Materieteilchen verursacht. Soweit elektrische Auswirkungen vorhanden
sind, sind diese Teilchen entweder neutral, positiv oder negativ (siehe Atom und
Atomtheorie). Elektrizität hat zu tun mit positiv geladenen Teilchen wie z. B.
Protonen, die sich gegenseitig abstoßen, und negativ geladenen Teilchen wie z.
B. Elektronen, die sich ebenfalls gegenseitig abstoßen (siehe Elektron;
Proton). Negative und positive Ladungsträger ziehen sich jedoch gegenseitig an.
Dieses Verhalten kann wie folgt zusammengefasst werden: Gleiche Ladungen stoßen
sich ab und ungleiche Ladungen ziehen sich an.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrizitätszähler
Der Wattstundenzähler, auch Elektrizitätszähler genannt, ist
ein Gerät zur Messung der im Stromkreis eines Hauses verbrauchten
Gesamtenergie. Er unterscheidet sich vom Wattmeter nur dadurch, dass die
bewegliche Spule durch einen Motorläufer ersetzt ist. Ein Fliehkraftregler
regelt diesen Läufer, der sich mit einer Geschwindigkeit dreht, die
proportional der verbrauchten Energie ist. Die Ankerwelle ist über Zahnräder
mit einer Reihe von skalierten Scheiben verbunden, die den Gesamtverbrauch an
Energie anzeigen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrode,
Bauteil eines elektrischen Schaltkreises, das die konventionelle
Verdrahtung des Schaltkreises mit einem elektrisch leitetenden Stoff wie z. B.
Elektrolyt oder Gas verbindet. Die elektrisch positive Elektrode wird Anode und
die negative Elektrode Kathode genannt. Die bekannteste Form einer
Trockenbatterie besitzt eine Kohlenstoff-Anode und eine Zink-Kathode, die
Kontakt mit einer Elektrolyt-Lösung haben. Elektroden von Bogenlampen werden
aus Kohlenstoff hergestellt, während Elektroden zum Bogenschweißen aus einem
mit Flussmittel umhüllten Metall bestehen. Elektroden in Vakuumröhren werden
aus Kohlenstoff sowie verschiedenen Metallen und Legierungen gefertigt, je nach
Einsatzgebiet der Röhren.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrodynamometer
Mit einem Elektrodynamometer lässt sich Wechselstrom durch
elektromagnetische Ablenkung messen. Bei diesem Messgerät ersetzt eine mit der
beweglichen Spule durch Reihenschaltung verbundene fixierte Spule den
Dauermagneten. Weil beide Spulen hintereinander geschaltet sind, fließt durch
beide derselbe Strom. Da die Stromrichtung sowohl in der fixierten als auch in
der beweglichen Spule im gleichen Moment wechselt, wird die bewegliche Spule
immer in die gleiche Richtung abgelenkt, und das Gerät zeigt die Messung
konstant an. Diese Art von Messgerät kann auch zur Messung von Gleichstrom
eingesetzt werden.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektromagnetismus
Die Bewegung einer Kompassnadel in der Nähe eines
stromdurchflossenen elektrischen Leiters weist auf das Vorhandensein eines
Magnetfeldes hin (siehe Magnetismus), das den Leiter umgibt. Wenn Ströme durch
zwei parallele Leiter fließen, so ziehen sich die beiden Leiter gegenseitig an,
wenn der Strom in beiden Leitern in die gleiche Richtung fließt. Fließen die
Ströme allerdings gegenläufig, so stoßen sich die Leiter gegenseitig ab. Das
durch Strom in einer Drahtschleife erzeugte Magnetfeld ist dergestalt, dass sich
die Schleife, wenn sie in der Nähe der Erde aufgehängt wird, wie eine
Kompassnadel solange ausrichtet, bis die Drahtschleife senkrecht zu einer Linie
stehen bleibt. Diese Linie verbindet den magnetischen Nordpol mit dem
magnetischen Südpol der Erde.
Das Magnetfeld eines Strom führenden Leiters breitet sich
kreisförmig um den Leiter aus. Die Richtung der magnetischen Kraftlinien im
Feld verläuft gegen den Uhrzeigersinn, wenn man in die Richtung blickt, in die
sich die Elektronen bewegen. Das Feld um den Leiter ändert sich nicht, solange
der Strom gleichmäßig durch den Leiter fließt.
Wenn ein Leiter so bewegt wird, dass er Kraftlinien eines
magnetischen Feldes schneidet, dann wirkt das entstandene Magnetfeld auf die
freien Elektronen im Leiter ein und verursacht so eine Potentialdifferenz –
und damit einen elektrischen Strom. Diese Wirkung tritt unabhängig davon auf,
ob der Draht bewegt wird und das magnetische Feld stationär ist, oder ob der
Draht stationär ist und das Feld bewegt wird. Wenn ein Strom in einem Leiter zu
fließen beginnt, breitet sich ein Feld um den Leiter aus. Dieses Feld schneidet
den Leiter selbst und induziert einen Strom, der dem verursachenden Strom
entgegengerichtet ist. Bei einem geraden Stück Draht als Leiter ist dieser
Effekt sehr gering. Wenn der Draht jedoch zu einer Spule aufgewickelt ist, wird
die Wirkung stark gesteigert. Die Felder der einzelnen Windungen einer Spule
schneiden auch die Nachbarwindungen und induzieren auch in ihnen einen Strom.
Daraus ergibt sich, dass eine Spule beim Anlegen einer Spannung den Stromfluss
im Prinzip behindert. Ähnlich verhält es sich beim Abschalten der Spannung:
Das Magnetfeld bricht zusammen und wieder schneiden die sich bewegenden
Kraftlinien die Windungen der Spule. Der dabei induzierte Strom fließt in die
gleiche Richtung wie der ursprüngliche Strom, und die Spule hält bildlich
gesprochen den Stromfluss aufrecht. Aufgrund dieser Eigenschaften verzögert
eine Spule jede Änderung des Stromflusses. Diese Erscheinung bezeichnet man als
elektrische Trägheit oder Induktivität. Diese Trägheit ist bei
Gleichstromkreisen von geringer Bedeutung, da sie nicht auftritt, wenn Strom
gleichmäßig fließt. In Wechselstromkreisen ist sie dagegen von großer
Bedeutung (s. u.).
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektronische Bauteile
Elektronische Schaltungen bestehen aus miteinander verbundenen
elektronischen Bauteilen. Diese Bauteile werden in zwei Kategorien unterteilt:
in aktive und passive Bauteile. Die Kategorie der passiven Bauteile umfasst
Widerstände, Kondensatoren und Spulen. Als aktiv werden Batterien, Generatoren,
Vakuumröhren und Transistoren bezeichnet.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektroskop,
Gerät zur Messung der Höhe der elektrischen Ladung eines
Gegenstands. Elektroskope wurden durch genauere elektronische Geräte verdrängt.
Heute verwendet man sie nur noch zu Demonstrationszwecken.
In einer vereinfachten Form besteht ein Elektroskop aus zwei
leichten Leitern, die in einem Behälter aus Glas oder einem anderen
isolierenden Material aufgehängt sind. Die beiden Leiter werden elektrisch mit
einem dritten Leiter außerhalb des Behälters verbunden. Kommt dieser äußere
Leiter mit einem geladenen Körper in Berührung, laden sich die beiden Leiter
in dem Behälter mit etwa der gleichen Ladung auf und stoßen einander ab. Misst
man, wie weit sich die Leiter auseinanderbewegen, kann man daraus die Ladung
berechnen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrostatik
Ein geläufiger Nachweis von Elektrizität ist die abstoßende
oder anziehende Kraft zwischen zwei ruhenden Ladungsträgern. Sie üben
gegenseitig gleich große elektrische Kräfte aufeinander aus. Die elektrische
Ladung auf beiden Teilchen kann in Coulomb gemessen werden (siehe elektrische
Einheiten). Die Kraft zwischen Teilchen, die die Ladungen q1und q2 tragen, lässt
sich mit dem Coulomb’schen Gesetz berechnen. Nach diesem Gesetz verhält sich
die wirkende Kraft proportional zum Produkt der Ladungen, geteilt durch das
Quadrat der sie trennenden Entfernung. Die Proportionalitätskonstante ? wird
als Dielektrizitätskonstante bezeichnet und ist abhängig von dem Medium, das
die Ladungen umgibt (z. B. Luft). Das Gesetz entwickelte der französische
Physiker Charles Augustin de Coulomb.
Jedes elektrisch geladene Teilchen ist von einem Kraftfeld
umgeben. Dieses Feld kann durch Kraftlinien (Feldlinien) dargestellt werden,
welche die Richtung anzeigen, in der die Kraft auf eine Ladung wirkt. Um ein
geladenes Teilchen von einem Punkt im Feld zu einem anderen zu bewegen, muss
Arbeit verrichtet werden. Die dazu benötigte Energiemenge wird als
Potentialdifferenz zwischen diesen beiden Punkten bezeichnet. Diese Differenz
gibt man üblicherweise in Volt an. Die Erde stellt einen großen Leiter dar,
der im Wesentlichen als elektrisch gleichförmig angenommen werden kann. Sie
wird allgemein als das Bezugniveau Null für potentielle Energie verwendet. So
gibt man das Potential eines positiv geladenen Körpers als eine bestimmte
Anzahl von Volt über den Potential der Erde, und das Potential eines negativ
geladenen Körpers als eine entsprechende Voltanzahl unterhalb des Erdpotentials
an.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Galvanometer
Zur Feststellung und Messung von Strom verwendet man hauptsächlich
Galvanometer. Dieses Gerät beruht auf folgendem Prinzip: Fließt ein
elektrischer Strom durch ein äußeres Magnetfeld, so wird ein zweites
Magnetfeld erzeugt, welches dem äußeren entgegenwirkt. Beim Galvanometer wird
das äußere Magnetfeld meist durch einen kleinen Dauer- oder Elektromagneten
erzeugt. Entweder ist der Magnet oder die Spule beweglich. Zwischen dem
Magnetfeld des Dauermagneten und dem erzeugten Magnetfeld der Spule wirkt eine
Kraft. Diese Kraft lenkt proportional zur Stromstärke das bewegliche Teil ab.
An dem beweglichen Teil ist ein Zeiger oder Ähnliches angebracht, so dass der
Grad der Ablenkung auf einer kalibrierten Mess-sSkala abgelesen werden kann.
Ergänzt man ein Galvanometer mit einer Mess-Skala und
kalibriert es entsprechend, wird es zum Amperemeter, einem Gerät zur Messung
des elektrischen Stromes.
Durch den dünnen Draht einer Galvanometerspule kann nur ein
begrenzter Strom fließen. Müssen starke Ströme gemessen werden, wird ein
Stromnebenschluss mit geringem Widerstand an die Pole des Leistungsmessers
angelegt. Der größte Teil des Stromes fließt durch diesen
Nebenschlusswiderstand. Der kleine Teil, der durch das Messgerät fließt,
entspricht noch immer dem gesamten Teil des Stromes. Diese Proportionalität ermöglicht
die Messung von Strömen von mehreren hundert Ampere.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Geschichte der Elektrotechnik
1600 stellte der englische Physiker William Gilbert die ersten
Untersuchungen über Elektrizität an. Gilbert benutzte als erster den Ausdruck
elektrisch (griechisch élektron: Bernstein).
Die erste Maschine zur Erzeugung von elektrischen Ladungen wurde
1672 von dem deutschen Physiker Otto von Guericke beschrieben. Der französische
Wissenschaftler Charles François de Cisternay Du Fay erklärte als erster die
beiden unterschiedlichen Arten elektrischer Ladung: positive und negative
Ladung. Der erste Kondensator, die Leidener Flasche (Kleistsche Flasche), wurde
1745 entwickelt. Sie bestand aus einer Glasflasche, die innen und außen mit
Stanniol überzogen war, wobei die beiden Folien voneinander getrennt waren.
Wenn eine der beiden Folien mit einer elektrostatischen Maschine aufgeladen
wurde, konnte man einen heftigen Schlag erhalten, indem man beide Folien
gleichzeitig berührte.
Benjamin Franklin verbrachte viel Zeit mit Forschungen auf dem
Gebiet der Elektrizität. Sein berühmtes Experiment mit dem Drachen lieferte
den Beweis dafür, dass die atmosphärische Elektrizität im Prinzip identisch
mit der elektrostatischen Ladung der Leidener Flasche ist. Franklin entwickelte
die Theorie, dass Elektrizität eine Flüssigkeit ist, die in jeder Materie
vorhanden ist, und dass ihre Wirkungen durch Überschüsse und Mängel dieser Flüssigkeit
erklärt werden könnten.
Das Gesetz, dass sich die Kraft zwischen elektrischen Ladungen
indirekt proportional zum Quadrat der Entfernung zwischen den Ladungen verhält,
wurde durch den britischen Chemiker Joseph Priestley um 1766 experimentell
bewiesen. Priestley wies auch nach, dass sich eine elektrische Ladung von selbst
gleichförmig über die Oberfläche einer hohlen Metallkugel verteilte, und dass
innerhalb einer solchen Kugel keine Ladung und kein elektrisches Kraftfeld
existierten. Charles Augustin de Coulomb erfand eine Torsionswaage für die
genaue Messung der von elektrischen Ladungen ausgeübten Kraft. Mit diesem Gerät
bestätigte er die Beobachtungen von Priestley und zeigte, dass die Kraft
zwischen zwei Ladungen auch proportional zum Produkt der einzelnen Ladungen ist.
Faraday, der im frühen 19. Jahrhundert viel zur Erforschung der Elektrizität
beitrug, war auch Urheber der Theorie von den elektrischen Kraftlinien.
Die italienischen Physiker Luigi Galvani und Alessandro Volta führten
die ersten bedeutenden Experimente mit elektrischen Strömen durch. Galvani
erzeugte Muskelkontraktionen in Froschbeinen, indem er elektrischen Strom durch
sie fließen ließ. Volta stellte 1800 die erste künstliche elektrochemische
Spannungsquelle in Form der Voltaischen Säule vor. Die Tatsache, dass um einen
fließenden Strom ein Magnetfeld existiert, wies 1819 der dänische
Wissenschaftler Hans Christian Oersted nach. André-Marie Ampère bestimmte die
Richtung des elektromagnetischen Feldes und erfand die elektromagnetische Spule.
Auch die Theorie über Molekularströme in Magneten stammt von ihm. 1831 bewies
Faraday, dass ein durch eine Spule fließender Strom auf elektromagnetischem Weg
einen Strom in einer benachbarten Spule induzieren kann. Um 1840 bewiesen James
Prescott Joule und der deutsche Wissenschaftler Hermann Ludwig Ferdinand von
Helmholtz, dass in elektrischen Stromkreisen das Gesetz der Energieerhaltung
gilt, und dass Elektrizität eine Energieform ist.
Ein bedeutender Beitrag zur Erforschung der Elektrizität im 19.
Jahrhundert lieferte der britische Wissenschaftler James Clerk Maxwell, der die
Fundamente für eine Theorie der elektromagnetischen Wellen legte und Licht als
ein elektromagnetisches Phänomen deutete. Maxwells Theorie bestätigte der
deutsche Physiker Heinrich Rudolf Hertz, der 1886 elektrische Wellen erzeugte
und Experimente über die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen durchführte.
Dem italienischen Ingenieur Guglielmo Marconi dienten diese Erkenntnisse als
Grundlage für das erste Funkgerät, das er 1896 der Fachwelt vorstellte. Siehe
Funk.
Bereits etwas früher begann man mit Untersuchungen über den
Durchgang von Elektrizität durch Gase. Der deutsche Physiker Julius Plücker
untersuchte mit seinem Schüler Johann Wilhelm Hittorf die Spektren verdünnter
Gase. Plücker entdeckte 1859 die Kathodenstrahlen. 1876 stellte der deutsche
Forscher Eugen Goldstein die Ablenkbarkeit von Kathodenstrahlen mit Hilfe eines
Magneten fest. Goldstein entdeckte 1886 die so genannten Kanalstrahlen. Mit der
Elektronentheorie führte der holländische Physiker Hendrik Antoon Lorentz im
Jahr 1892 die Atomistik in die Elektrizitätslehre ein. Die Ladung des Elektrons
wurde 1909 von dem amerikanischen Physiker Robert Andrews Millikan erstmals
genau gemessen.
Für zusätzliche Informationen zu erwähnten Personen, siehe
die Biographien derer, nach deren Namen keine Daten angegeben sind. Siehe auch
Elektrochemie; Elektronik.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Halbleiter,
festes oder flüssiges Material, das bei Raumtemperatur in der
Lage ist, Elektrizität etwas besser zu leiten als ein Isolator, aber schlechter
als ein Metall. Metalle wie Kupfer, Silber und Aluminium sind ausgezeichnete
Leiter, aber Isolatoren wie Diamant und Glas sind sehr schlechte Leiter (siehe
Isolation). Bei niedrigen Temperaturen verhalten sich reine Halbleiter wie
Isolatoren. Bei höheren Temperaturen oder bei Zufügung von Verunreinigungen
(Dotierung) oder unter Lichteinfluss kann die Leitfähigkeit von Halbleitern außerordentlich
gesteigert werden. Ihre Leitfähigkeit kann dann Werte erreichen, die mit
Metallen vergleichbar sind. Die physikalischen Eigenschaften von Halbleitern
untersucht man in der Festkörperphysik.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Impedanz (Wechselstromwiderstand)
Die Anwendung des Ohmschen Gesetzes auf Wechselstromkreise wird
durch die Tatsache kompliziert, dass dort immer Kapazität und Induktivität
auftreten. Die Induktivität sorgt dafür, dass der Spitzenwert eines
Wechselstromes gegenüber der Spannungsspitze verzögert wird. Die Kapazität
bewirkt eine Verzögerung der Spannungsspitze gegenüber dem Stromspitzenwert.
Kapazität und Induktivität behindern den Wechselstromfluss und müssen daher
in Berechnungen des Stromflusses einbezogen werden. Der Strom in
Wechselstromkreisen kann graphisch mit Hilfe von Vektoren oder anhand der
algebraischen Gleichung
zurück zum Stichwortverzeichnis
Induktion
Induktion (Elektrizität), in der Elektrizität die Erzeugung
von elektrischem Strom in einem Leiter, der über ein magnetisches Feld bewegt
wird (daher lautet die vollständige Bezeichnung eigentlich elektromagnetische
Induktion). Der Effekt wurde von dem britischen Physiker Michael Faraday
entdeckt und führte zur Entwicklung des elektrischen Rotationsgenerators, der
mechanische Bewegung in elektrische Energie umwandelt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Integrierte Schaltkreise
Die meisten integrierten Schaltkreise sind kleine, etwa zwei bis
vier Quadratmillimeter große Stücke ("Chips") aus Silicium, in die
Transistoren eingearbeitet wurden. Mit Hilfe der Photolithographie fertigen die
Entwickler auf einem einzigen Chip Zehntausende von Transistoren, indem sie
zahlreiche n- und p-dotierte Bereiche auf dem Chip platzieren. Diese wiederum
werden während der Fabrikation durch winzige Leiterbahnen zu komplexen
Spezialschaltkreisen verbunden. Diese integrierten Schaltkreise bezeichnet man
als monolithisch, weil sie auf einem einzigen Siliciumkristall angelegt werden.
Chips benötigen sehr viel weniger Platz und sind kostengünstiger zu
produzieren als entsprechende Schaltungen aus einzelnen Transistoren.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Integrierter Schaltkreis,
winzige elektronische Schaltung für spezielle Funktionen wie
Verstärkung. Normalerweise wird ein integrierter Schaltkreis (IC: integrated
circuit) mit anderen Bauteilen zu einem komplexeren System kombiniert. Ein IC
wird als Einheit hergestellt, indem Fremdstoffe auf Silicium aufgebracht werden,
das damit als Halbleitermaterial dient. Eine andere Methode besteht darin, das
Silicium mit einem Elektronenstrahl zu behandeln. Viele hundert identische ICs
werden gleichzeitig auf einem Mikroplättchen von einigen Zentimetern
Durchmesser fabriziert. Das Plättchen wird anschließend in einzelne ICs – so
genannte Chips – zerteilt. Ein LSI-Chip (Large-Scale Integration: hohe
Integrationsdichte) enthält die Informationen von etwa 5 000 Transistoren auf
einem Siliciumquadrat mit etwa 1,3 Zentimeter Seitenlänge. Hunderte von diesen
integrierten Schaltkreisen können auf einem Silicium-Mikroplättchen mit acht
bis 15 Zentimeter Durchmesser untergebracht werden. Bei höherer
Informationsdichte können Siliciumchips mit Millionen von Elementen erzeugt
werden. Einzelne Schaltelemente sind auf dem Chip durch dünne Metall- oder
Halbleiterfilme verbunden, die von dem Rest der Schaltung durch dünne
Dielektrikumschichten isoliert sind. Die Chips werden in kleine Gehäuse mit
externen Anschlüssen verpackt, so dass sie in Platinen eingesetzt und mit
anderen Schaltungen und Bauteilen verbunden werden können.
In den letzten Jahren hat die Leistungsfähigkeit von ICs immer
weiter zugenommen, während deren Herstellungskosten stetig gesunken sind. Dies
hat revolutionäre Neuerungen beim Bau elektronischer Anlagen mit sich gebracht:
Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit nahmen erheblich zu, gleichzeitig
wurden die räumlichen Dimensionen, die physikalische Komplexität und der
Energiebedarf erheblich reduziert. Besonders die Computertechnologie profitierte
von dieser Entwicklung. Die logischen und arithmetischen Funktionen eines
Kleincomputers können nun durch einen VLSI-Chip (Very Large-Scale Integration:
sehr hohe Integrationsdichte), den so genannten Mikroprozessor, durchgeführt
werden. Sämtliche logischen und arthmetischen Funktionen sowie alle
Speicherfunktionen eines Kleincomputers können mit seinen gesamten Bauteilen
auf einer einzigen Platine oder sogar auf einem einzigen Chip untergebracht
werden. Ein solches Gerät wird als Mikrocomputer bezeichnet.
ICs haben die Entwicklung vieler neuer Produkte ermöglicht, wie
Taschenrechner und Personalcomputer, Digitaluhren und Videospiele. Außerdem
haben sie zur Kostensenkung oder Verbesserung vieler bestehender Produkte
beigetragen, etwa bei Haushaltsgeräten, Fernsehern, Radios und Stereoanlagen.
Sie werden in Industrie, Medizin, Verkehrsregelung (auf dem Boden und in der
Luft), Umweltüberwachung und Kommunikationstechnik in großem Maßstab
eingesetzt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Kabel, elektrisches,
aus einem oder mehreren elektrischen Leitern bestehender, mit
einer Isolierschicht (Isolation) und in einigen Fällen mit einer zusätzlichen
Schutzschicht überzogener Leitungsstrang. Kabel werden für die Übertragung
von elektrischer Energie oder von Impulsen eines elektronischen
Nachrichtensystems verwendet.
Zur Übertragung von elektrischer Energie nutzt man im
Hochspannungsbereich Kabel mit drei Drähten und einem Metallmantel, die mit
unter Druck stehendem Öl gefüllt sind. Im Mittelspannungsbereich werden gewöhnlich
isolierte Kabel mit nur einem Leiter verwendet. Bei der Verkabelung von
Wohngebieten kommen häufig Kabel zum Einsatz, die zwei isolierte Leiter
enthalten und mit zusätzlichen Isolierschichten überzogen sind. Um die Außenhaut
des Kabels ist zum Schutz gegen Beschädigungen ein spiralförmig gewundenes
Metallgeflecht angebracht. Das Zündkabel, das hochgespannten Strom zu den Zündkerzen
von Verbrennungsmotoren leitet, besitzt nur einen Leiter.
In Kommunikationssystemen werden meist Kabel verwendet, die aus
zahlreichen mit Papier isolierten Drahtpaaren bestehen. Die einzelnen Drahtpaare
sind verflochten, wodurch die durch andere Stromkreise im gleichen Kabel
induzierte Interferenz gering gehalten wird. Zum Schutz gegen elektrische
Interferenzen durch andere Stromkreise sind Rundfunkkabel oftmals mit einem
geerdeten Metallgeflecht abgeschirmt. Koaxialkabel bestehen im Prinzip aus
mehreren Kupferrohren, in deren Mitte sich jeweils ein Leiterdraht befindet. Das
Koaxialkabel kann in einem breiten Frequenzbereich eingesetzt werden und es
eignet sich z. B. für die Signalübertragung beim Fernsehen. Im Gegensatz dazu
bestehen die Kabel zur Signalübertragung beim Telefon aus einer Vielzahl
kunststoffisolierter dünner Kupferkabel.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Kirchhoff,
Gustav Robert (1824-1887), deutscher Physiker, geboren in Königsberg
(heute Kaliningrad, Russland), Studium an der Universität Königsberg.
Kirchhoff war an den Universitäten Breslau, Heidelberg und Berlin Professor für
Physik. Er entwickelte gemeinsam mit dem deutschen Chemiker Robert Wilhelm
Bunsen das moderne Spektroskop für die chemische Analyse. 1860 entdeckten die
beiden Wissenschaftler die Elemente Cäsium und Rubidium unter Zuhilfenahme der
Spektroskopie. Kirchhoff führte auch Untersuchungen zur Strahlungswärmeübertragung
durch und postulierte zwei Gesetze, die man heute unter dem Namen Kirchhoffsche
Gesetze kennt. Sie betreffen die Stromverzweigung in elektrischen Stromkreisen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Kondensator
Kondensator, Gerät zur Speicherung elektrischer Ladung. Die
einfachste Form eines Kondensators besteht aus zwei Metallplatten, die durch
eine nichtleitende Schicht, dem so genannten Dielektrikum, getrennt sind. Wenn
eine der Platten mit Elektrizität einer Stromquelle aufgeladen wird, erfolgt über
Induktion eine Ladung der anderen Platte mit umgekehrtem Vorzeichen. Diese wird
also positiv geladen, wenn die Originalladung negativ ist, und negativ, wenn die
Originalladung positiv ist. Die Leidener Flasche (Kleistsche Flasche) ist die
Urform eines Kondensators, bei dem die beiden Leiterplatten aus Metallfolien
bestehen, die innen und außen als Hülle einer als Dielektrikum (Stanniol)
funktionierenden Glasflasche oder eines Kruges angebracht sind. Diese Urform
erfanden die Physiker Cunaeus in Leiden und Ewald Georg von Kleist 1746 unabhängig
voneinander. Das Gerät hat heute nur noch historische Bedeutung. Die
elektrische Leistungsfähigkeit eines Kondensators ist seine Kapazität, ein Maß
für die elektrische Ladung, die er speichern kann.
Kondensatoren sind in ihrer Aufnahmefähigkeit an elektrischer
Ladung begrenzt. Sie sperren Gleichstrom, sind aber gute Leiter für
Wechselstromschaltungen. Diese Eigenschaft ist zum Schutz bestimmter Teile einer
Schaltung vor Gleichstrom nützlich. Kondensatoren fester und regelbarer Kapazität
werden zusammen mit Spulen als Schwingkreise in Radios und anderen
elektronischen Anlagen eingebaut. Große Kondensatoren werden außerdem für
Stromleitungen verwendet, um die Belastung zu dämpfen und mehr Strom mit den
Leitungen zu übertragen.
Kondensatoren werden in vielen verschiedenen Formen hergestellt.
Luft, Glimmer, Keramik, Papier, Öl oder Vakuum wird abhängig vom
Verwendungszweck des Geräts als Dielektrikum eingesetzt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Leiter (elektrischer),
alle Materialien, die dem elektrischen Strom wenig Widerstand
entgegensetzen. Der Unterschied zwischen einem Leiter und einem Isolator, der
ein schlechter Leiter von Elektrizität oder Wärme darstellt, ist eher
gradueller als grundsätzlicher Natur, weil alle Substanzen bis zu einem
gewissen Grad Strom leiten. Ein guter elektrischer Leiter, wie z. B. Silber oder
Kupfer, kann eine Leitfähigkeit besitzen, die mehr als eine Milliarde mal größer
ist als die eines guten Isolators, wie z. B. Glas oder Glimmer. Das Phänomen
der Supraleitfähigkeit lässt sich beispielsweise beobachten, wenn bestimmte
Substanzen in die Nähe des absoluten Temperaturnullpunktes abgekühlt werden.
In festen Leitern wird der elektrische Strom durch die Bewegung von Elektronen
geleitet, in Lösungen und Gasen erfolgt die Leitung durch Ionen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Lichtbogen
Lichtbogen (Bogenentladung), bei einer stromstarken elektrischen
Gasentladung die intensive Leuchterscheinung, die zwischen zwei Elektroden in
einem Gas unter niedrigem Druck oder in Luft stattfindet. Dieser Effekt wurde
erstmals 1812 von dem britischen Chemiker Sir Humphry Davy beobachtet.
Um einen Lichtbogen aufzubauen, werden zwei bleistiftähnliche
Elektroden, meist aus Kohlenstoff, miteinander in Berührung gebracht. Anschließend
wird ein sehr starker Strom (etwa zehn Ampere) durch sie hindurchgeleitet, der
eine starke Erwärmung am Kontaktpunkt hervorruft. Wenn die Elektroden getrennt
werden, ensteht ein flammenähnlicher Lichtbogen zwischen ihnen. Durch die hohe
Temperatur werden im Lichtbogen Ionen erzeugt (Thermoionisation). Die so
ionisierte Luftstrecke zwischen den Elektroden bleibt durch genügend starken
Strom erhalten. In einem Lichtbogen in Luft lassen sich bei normalem Druck
Temperaturen von 3 500 °C erreichen.
Die Wärmeintensität eines elektrischen Lichtbogens wird u. a.
in speziellen Industrieöfen (Lichtbogen- oder Elektrolichtbogenöfen)
verwendet, um beispielsweise Metalle zu schmelzen. In so einem Lichtbogenofen
steigen die Temperaturen leicht auf 2 800 °C. Lichtbögen werden auch
als hochintensive Lichtquellen eingesetzt. Bogenlampen haben den Vorteil sehr
konzentrierter Lichtquellen, da 85 Prozent der Lichtintensität von einem
kleinen Bereich an der Spitze der positiven Kohlenstoffelektrode abgestrahlt
wird. Diese Lampen dienten früher häufig zur Straßenbeleuchtung, werden aber
heutzutage beispielsweise in Filmprojektoren eingesetzt. Bei Natriumdampf- und
Quecksilberdampflampen handelt es sich im Prinzip um eingeschlossene
Bogenlampen, in denen der Lichtbogen bei reduziertem Druck in einer Atmosphäre
von Quecksilber- oder Natriumdampf erzeugt wird. Diese Lampen verwendet man z.
B. in besonderen Messgeräten (u. a. Umweltanalytik). Den Lichtbogen nutzt man
außerdem beim so genannten Lichtbogenschweißen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Logikschaltungen
Logikschaltungen bilden das Kernstück jedes Geräts, in dem
Signale kontrolliert, ausgewählt oder kombiniert werden. Anwendungsgebiete von
Logikschaltungen liegen in der Telefonvermittlung, Satellitenübertragung und
digitalen Computeroperationen.
Digitale Logik ist ein Verfahren, um einfache "Wahr"-
und "Falsch"-Entscheidungen auf der Grundlage von Regeln der
Boole’schen Algebra zu treffen. "Wahr" kann durch eine Eins und
"Falsch" durch eine Null ausgedrückt werden. In Logikschaltungen
erscheinen diese Ziffern als Signale mit zwei unterschiedlichen Spannungen.
Logikschaltungen führen spezielle Wahr-Falsch-Entscheidungen durch, die auf
mehreren Wahr-Falsch-Eingangssignalen beruhen. Die Signale werden von
mechanischen Schaltern oder Transistorwandlern generiert. Wenn ein Signal einmal
akzeptiert und überprüft wurde (um unerwünschte elektrische Signale oder
"Rauschen" auszuschließen), wird es von den digitalen
Logikschaltungen verarbeitet. Die große Palette von digitalen Logikbauteilen,
meist integrierte Schaltkreise, bietet eine breite Auswahl von logischen
Funktionen durch logische Gatter mit Operatoren wie "ODER",
"UND" sowie "NICHT" und Kombinationen davon (z.
B."NICHT-ODER"). Eine weit verbreitete Familie von Logikschaltungen
ist die Transistor-Transistor-Logik (TTL). Eine andere Familie ist die
CMOS-Logik (Complementary Metal-Oxide Semiconductor, Komplementär-Metalloxid-Halbleiter),
die ähnliche Funktionen durchführt, dabei mit sehr wenig Strom auskommt, aber
auch viel langsamer operiert. Es gibt noch verschiedene andere, weniger bekannte
Familien von Logikschaltungen, wie die mittlerweile veraltete
Widerstand-Transistor-Logik (RTL, Resistor-Transistor Logic) und die
emittergekoppelte Logik (ELC, Emitter Coupled Logic), die für
Hochgeschwindigkeitssysteme verwendet wird.
Die Grundeinheiten eines Logik-Bauteiles sind die digitalen
logischen Gatter. Ein UND-Gatter hat zwei oder mehr Eingänge und einen einzigen
Ausgang. Der Ausgang eines UND-Gatters liefert genau dann "Wahr", wenn
an allen Eingängen ebenfalls "Wahr" anliegt. Ein ODER-Gatter hat zwei
oder mehr Eingänge und ebenfalls nur einen einzigen Ausgang. Die Ausgabe eines
ODER-Gatters lautet "Wahr", wenn mindestens einer der Eingänge den
Wert "Wahr" besitzt. Die Ausgabe lautet "Falsch", wenn alle
Eingänge den Wert "Falsch" bekommen haben. Ein INVERTER (Umkehrer)
hat einen einzigen Eingang sowie einen einzigen Ausgang und verkehrt jedes
Signal ins Gegenteil: Aus "Wahr" wird "Falsch" und aus
"Falsch" wird "Wahr", er führt die NICHT-Funktion durch.
Kompliziertere Logikschaltungen können aus diesen elementaren Grundbausteinen
zusammengesetzt werden, z. B. Flip-Flops (binäre Schalter), Zähler,
Vergleicher, Addierer und weitere komplexere Kombinationen.
Um eine gewünschte Gesamtfunktion zu erreichen, werden
zahlreiche Logikelemente zu komplexen Schaltungen kombiniert. In einigen Fällen
werden Mikroprozessoren verwendet, um die Schalt- und Regelfunktionen von
einzelnen Logikelementen durchzuführen. Die Prozessoren werden speziell mit
einzelnen Befehlen programmiert, um eine gestellte Aufgabe oder mehrere Aufgaben
wahrzunehmen. Ein Vorteil der Mikropozessoren ist die Möglichkeit, verschiedene
Logikfunktionen ausführen zu können, die nur von den gespeicherten
Programmbefehlen abhängen. Der Nachteil der Mikroprozessoren ist die
sequentielle Abarbeitung von Befehlen, die für einige Anwendungen zu langsam
ist. In diesen Fällen werden speziell entwickelte Logikschaltungen eingesetzt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Mikroamperemeter
Ein Mikroamperemeter ist so kalibriert, dass es millionstel
Ampere anzeigt. Ein Milliamperemeter zeigt tausendstel Ampere an.
Wechselstrom kann man nicht mit gewöhnlichen Amperemetern
messen, da der Wechsel der Stromrichtung eine Ablenkung in beide Richtungen
bewirkt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Netzteile
Die meisten elektronischen Geräte benötigen zum Arbeiten
Gleichstrom. Das erste Element eines Gleichstromnetzteiles ist ein
Transformator, mit dem sich die Spannung passend herauf- oder herunterregeln lässt.
Eine weitere Funktion des Transformators ist die Trennung des Geräts von der
Stromleitung, um die Gefahr elektrischer Stromschläge zu vermindern. Dem
Transformator folgt ein Gleichrichter, normalerweise eine Diode. In der
Vergangenheit verwendete man Vakuumdioden und Niederstromgleichrichter. In
Letzteren waren viele verschiedene Materialien wie z. B. Germaniumkristalle oder
Cadmiumsulfide eingebaut. Heutzutage werden aufgrund ihrer geringen Kosten und
der hohen Zuverlässigkeit fast ausschließlich Siliciumgleichrichter verwendet.
Wenn gleichgerichtete Spannung durch Störungen und Rauschen überlagert
wird (bei defekten Audioverstärkern als Brummen wahrzunehmen), kann dies durch
einen Kondensator herausgefiltert werden. Je größer der Kondensator ist, desto
kleiner sind die Spannungsstörungen. Eine noch feinere Steuerung der Spannungshöhe
und der Störungen kann durch einen Spannungsregler vorgenommen werden, der außerdem
interne Spannungen von Schwankungen aus der Steckdose unabhängig macht. Ein
einfacher, weit verbreiteter Spannungsregler ist die Zenerdiode. Sie besteht aus
einer p-n-Diode, die bis zu einer vorherbestimmten Spannung als Isolator
reagiert. Beim Überschreiten dieser Spannung wird sie zum elektrischen Leiter
und leitet die überschüssige Spannung ab. Höher entwickelte Spannungsregler
werden normalerweise als integrierte Schaltkreise umgesetzt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Ohm,
Georg Simon (1787-1854), Physiker, geboren in Erlangen. Nach dem
Studium in Erlangen lehrte er u. a. in Bamberg, Köln und Berlin Mathematik. Von
1833 bis 1849 war er Physikprofessor an der Polytechnischen Schule in Nürnberg
und von 1852 bis zu seinem Tod Professor für Experimentalphysik an der
Universität von München. Bekannt wurde er durch seine Forschung zu
elektrischen Strömen. Er formulierte das Gesetz über die Beziehung zwischen
Strom, Spannung und Widerstand, das als Ohm’sches Gesetz bekannt wurde. Es ist
das grundlegende Gesetz des Stromflusses. Die Einheit des elektrischen
Widerstands wurde nach Ohm benannt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Ohmsches Gesetz
Strom fließt in einem elektrischen Stromkreis nach zahlreichen
festgelegten Regeln. Das grundlegende Gesetz des Stromflusses ist das Ohmsche
Gesetz, das nach seinem Entdecker Georg Ohm benannt wurde. Das Gesetz besagt,
dass der Betrag des Stromes in einem Stromkreis aus reinen Widerständen direkt
proportional (verhältnisgleich) zur Spannung und umgekehrt proportional zum
Gesamtwiderstand des Stromkreises ist. Die Formel wird normalerweise mit der
Formel
I = U/R
ausgedrückt, wobei I der Strom in Ampere (Symbol: A), U die
Spannung in Volt (Symbol: V) und R der Widerstand in Ohm (Symbol: ?) ist. Das
Ohmsche Gesetz gilt für alle elektrischen Stromkreise, sowohl für Gleichstrom
als auch für Wechselstrom. Allerdings müssen für die Analyse komplexer
Schaltkreise zusätzliche Prinzipien beachtet werden, ebenso für
Wechselstromkreise mit Induktivität und Kapazität.
In einer Reihenschaltung sind alle Geräte bzw. Elemente in dem
Stromkreis aufgebaut, ohne sich aufzuteilen oder in parallele Schaltungen zu
verzweigen.
Wenn zwei oder mehr Widerstände sich in einer Reihenschaltung
befinden, errechnet sich der Gesamtwiderstand als Summe aller Einzelwiderstände.
Sind die Widerstände jedoch parallel geschaltet, wird der Gesamtwiderstand nach
folgender Formel berechnet:
In einer Parallelschaltung werden alle elektrischen Geräte wie
Glühlampen oder Zellen einer Batterie so angeordnet, dass alle positiven (+)
Pole, Elektroden und Anschlüsse an einen Leiter angeschlossen sind und alle
negativen (–) an einen anderen Leiter, so dass mehrere Stromzweige entstehen.
Der Wert zweier gleicher paralleler Widerstände entspricht der Hälfte des
Wertes eines einzelnen Widerstandes. In jedem Fall ist der Gesamtwert von
parallelgeschalteten Widerständen kleiner als der Wert des kleinsten der
betroffenen Widerstände. In Wechselstromkreisen und anderen Stromkreisen mit
veränderlichen Strömen müssen noch weitere Schaltkomponenten außer den
Widerständen betrachtet werden.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Oszillatoren
Oszillatoren (Schwinger) bestehen meist aus einem Verstärker
und einem Rückkopplungselement: Das Ausgangssignal wird wieder am Eingang des
Verstärkers eingespeist. Die frequenzbestimmenden Elemente setzen sich aus
regelbaren Schwingkreisen oder pulsierenden Kristallen zusammen.
Kristallgesteuerte Oszillatoren besitzen die größte Genauigkeit und Stabilität.
Oszillatoren werden für die Erzeugung von Audio- und Funksignalen in einer
Vielzahl von Anwendungsgebieten eingesetzt. Beispielsweise werden in modernen
Tastentelefonen einfache Audiofrequenz-Oszillatoren zur Übertragung der Wähltöne
verwendet. Audiofrequenz-Oszillatoren sind außerdem in Weckern, Radios,
elektronischen Instrumenten, Computern und Alarmanlagen anzutreffen.
Hochfrequenz-Oszillatoren dienen in Kommunikationsapparaturen zur Abstimmung und
Signalerkennung. Radio- und Fernsehsender benutzen für die Erzeugung von Übertragungsfrequenzen
Hochfrequenz-Oszillatoren.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Primärelemente
Der gebräuchlichste Typ ist das Leclanché- oder
Trockenelement. Entwickelt hat es der französische Chemiker Georges Leclanché
um 1860. Die heutzutage verwendete Form ist der ursprünglich entwickelten immer
noch sehr ähnlich. Der Elektrolyt eines Primärelements besteht dabei aus einer
Mischung Ammoniumchlorid und Zinkchlorid. Beide liegen in Pastenform vor. Die äußere
Zinkhülle der Batterie ist der Minuspol. Die positive Elektrode (Pluspol)
besteht aus einem Kohlenstoffstab, der von einer Mischung aus Kohlenstoff und
Mangandioxid umgeben ist. Das Leclanchéelement erzeugt eine Spannung von circa
1,5 Volt.
Ein anderes weit verbreitetes Primärelement ist das
Zink-Quecksilberoxid-Element, kurz Quecksilberbatterie genannt. Es kann in Form
einer kleinen Platte hergestellt und damit bei Hörgeräten, Photozellen und
elektrischen Armbanduhren eingesetzt werden. Die negative Elektrode besteht aus
Zink, die positive aus Quecksilberoxid. Der Elektrolyt ist eine Kaliumhydroxidlösung.
Die Quecksilberbatterie erzeugt circa 1,34 Volt Spannung.
Das Brennstoffelement ist ein weiteres Primärelement. Hier
werden die chemischen Stoffe in einem kontinuierlichen Ablauf zu- und abgeführt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Resonanz (Elektronik),
Zustand in einem elektrischen Schaltkreis, bei dem sich die
Gesamtimpedanzen der Kapazität und der Induktivität gegenseitig aufheben oder
gegenseitig verstärken, wodurch eine minimale oder eine maximale Impedanz
erreicht wird. Die Impedanz ist der Widerstand eines Wechselstromkreises.
In jedem Schaltkreis tritt die Resonanz bei einer festgelegten
Frequenz auf, der Resonanzfrequenz. Diese hängt von den Beträgen der
Induktivität und der Kapazitäten in der Schaltung ab (siehe Kondensator). Wenn
eine Wechselspannung mit der Resonanzfrequenz an den Schaltkreis angelegt wird,
in dem Kondensator (Kapazität) und Widerstand (Induktivität) in Reihe
geschaltet sind, erreicht die Impedanz der Schaltung ihr Minimum und der
Schaltkreis leitet einen maximalen Strom. Sind beide parallel geschaltet, gilt
genau das Gegenteil: Die Impedanz ist extrem hoch und wenig Strom wird fließen.
Resonanzschaltungen werden in elektrischen Anlagen, wie
beispielsweise Filtern, verwendet um Ströme mit speziellen Frequenzen auszuwählen
oder zu verhindern. Derartige Filter setzt man z. B. bei Radio- und Fernsehempfängern
ein.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Sekundärelemente
oder Akkumulatoren, die bei umgekehrtem Ablauf der chemischen
Reaktion wieder aufgeladen werden können, erfand 1859 der französische
Physiker Gaston Planté. Die Zelle von Planté bestand aus einem
Bleiakkumulator, wie er auch heute noch verwendet wird. Er enthält drei oder
sechs Zellen, die in Reihe geschaltet werden. Man findet Akkumulatoren in
Personen- und Lastautos, in Flugzeugen und anderen Fahrzeugen. Akkumulatoren können
so starken elektrischen Strom liefern, wie er beispielsweise zum Starten eines
Motors benötigt wird. Als Elektrolyt dient verdünnte Schwefelsäure. Die
negative Elektrode besteht aus Blei, die positive aus Bleidioxid. Mit einfachen
Worten erklärt, dissoziiert beim Betrieb die negative Bleielektrode in freie
Elektronen und zweifach positive Bleiionen. Die Elektronen fließen durch den äußeren
elektrischen Stromkreis zur Bleidioxidanode. Die positiven Bleiionen verbinden
sich mit Sulfationen im Elektrolyten zu Bleisulfat. An der Bleidioxidanode kommt
es zu einer weiteren chemischen Reaktion. Aus Bleidioxid, positiven
Wasserstoffionen im Elektrolyten und Elektronen bilden sich Wasser und positive
Bleiionen. Letztere verbinden sich mit Sulfationen zu Bleisulfat.
Ein Bleiakkumulator ist nach einiger Zeit erschöpft, da die
Schwefelsäure allmählich in Wasser und die Elektroden in Bleisulfat
umgewandelt werden. Beim Aufladen der Batterie verlaufen die oben angegebenen
Reaktionen in umgekehrter Richtung. Die Lebensdauer eines Bleiakkumulators liegt
bei ungefähr fünf Jahren. Er liefert circa 2 Volt pro Zelle.
Ein weiteres Sekundärelement ist der Nickel-Eisen-Akkumulator.
Er gehört zu den alkalischen Akkumulatoren und wurde um 1900 von dem
amerikanischen Erfinder Thomas Edison entwickelt. In seiner Funktionsweise
entspricht er dem Bleiakkumulator. Allerdings besteht hier der Minuspol aus
Eisen und der Pluspol aus Nickel(III)-hydroxid. Als Elektrolyt dient eine
Kaliumhydroxidlösung. Der Nachteil des Nickel-Eisen-Akkumulators besteht darin,
dass während des Aufladens gasförmiger Wasserstoff abgegeben wird. Der
Akkumulator wird hauptsächlich in der Schwerindustrie eingesetzt. Er läuft
ungefähr zehn Jahre und erzeugt circa 1,15 Volt.
Eine ähnliche Batterie ist der Nickel-Cadmium-Akkumulator, bei
dem die negative Elektrode aus Cadmium besteht. Sie erzeugt ebenfalls 1,15 Volt
und funktioniert etwa 25 Jahre lang.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Sensoren und Wandler
Mechanische, thermische, elektrische und chemikalische Größen
ermittelt man beispielsweise mit Sensoren und Wandlern. Ein Sensor stellt Veränderungen
fest, wie z. B. Änderungen der Temperatur, Position oder der chemischen
Konzentration. Der Wandler formt die Daten des Sensors in elektrische Signale
um, die an Instrumente zum Ablesen, Aufzeichnen oder zur Steuerung der Messgrößen
weitergegeben werden. Sensoren und Wandler können an weit vom Beobachter
entfernten Orten arbeiten.
Einige Geräte vereinen beide Eigenschaften in sich. Ein
Thermopaar besitzt zwei Drahtverbindungen aus zwei verschiedenen Materialien.
Bei Temperaturänderungen wird zwischen den Drähten eine kleine elektrische
Spannung erzeugt. Ein Thermowiderstand ist ein spezieller Widerstand, dessen
Widerstandswert sich temperaturabhängig verändert. Ein regelbarer Widerstand
(Potentiometer) kann mechanische Bewegung in ein elektrisches Signal umwandeln.
Speziell entwickelte Kondensatoren werden für Entfernungsmessungen eingesetzt,
und Photozellen können Helligkeiten erkennen (siehe Photozelle). Andere Geräte
setzt man für Beschleunigungs- und Geschwindigkeitsmessungen sowie für
Messungen von Flüssigkeitsbewegungen ein. Manchmal müssen schwache elektrische
Signale durch eine elektronische Schaltung verstärkt werden.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Sicherung,
Vorrichtung zum Schutz eines elektrischen Stromkreises vor den
Auswirkungen extremer Stromspitzen. Die Hauptkomponente einer Sicherung ist
meistens ein Metallstreifen. Überschreitet der Strom in dem Stromkreis einen
bestimmten, festgelegten Wert, schmilzt das Sicherungsmetall, der Stromkreis ist
unterbrochen. Geräte zum Zünden von Sprengstoffen nennt man ebenfalls
Sicherungen.
Eine Zylindersicherung besteht aus einem schmelzbaren
Metallstreifen, der in einem Keramik- oder Faserzylinder eingeschlossen ist.
Metallkappen an den Enden des Zylinders stellen den Kontakt zu dem
Metallstreifen her. Diese Art von Sicherungen ist so in einem elektrischen
Stromkreis eingebaut, dass der Strom durch den Sicherungsstreifen fließen muss.
Wenn Stromspitzen durch den Stromkreis fließen, erhitzt sich die
Metallverbindung bis zum Schmelzen. Dies führt dann zur Unterbrechung des
Stromkreises.
Neuere Sicherungsentwicklungen erlauben eine kurzzeitige Überschreitung
der Grenzwerte, ohne den Stromkreis zu unterbrechen. Derartige Sicherungen
werden in Schaltkreisen für Klimaanlagen-Netzgeräte benötigt, denn beim
Anschalten dieser Geräte sind kurzzeitige Stromspitzen zu erwarten. Ein
weiterer neuer Typ von Sicherungen enthält mehrere Metallverbindungen, die
durch einen Schalter ausgewählt werden können. Wenn die Sicherung
durchgeschlagen wurde, kann auf einen anderen Sicherungsstreifen umgeschaltet
werden, ohne die Sicherung zu wechseln.
In Hochspannungsschaltungen werden spezielle Sicherungsschalter
anstelle von Schmelz-Sicherungen eingesetzt. Siehe elektrische Stromanlagen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Silicium
Symbol Si, halbmetallisches Element, das nach Sauerstoff das
zweithäufigste auf der Erde ist. Die Ordnungszahl von Silicium ist 14. Das
Halbmetall steht in der vierten Hauptgruppe des Periodensystems (unter
Kohlenstoff) und wurde erstmals 1823 von dem schwedischen Chemiker Jöns Jakob
Berzelius isoliert. Vor allem als Stahllegierung, als technisches
(metallurgisches) Silicium (u. a. Ausgangsmaterial für die Aluminiumindustrie)
und als so genanntes Halbleitersilicium hat das Element wirtschaftliche
Bedeutung erlangt (s. u.).
zurück zum Stichwortverzeichnis
Sonnenbatterien
erzeugen durch einen photoelektrischen Umwandlungsprozess Strom.
In einer Sonnenbatterie sind mehrere Solarzellen in Reihen- oder
Parallelschaltung zusammengefasst. Als Elektrizitätsquelle dient ein
Halbleiter, z. B. ein Siliciumkristall mit Fremdatomen im Kristallgitter. Die
Strahlungsenergie des einfallenden Lichtes wird durch einen Photoeffekt im
Kristallinnern (physikalisch: p-n-Übergang) in elektrische Energie umgewandelt.
Sonnenbatterien besitzen eine lange Lebensdauer. Weil man mit ihnen eine
langfristige Energieversorgung bei geringem Gewicht erreicht, dienen sie oft in
Raumschiffen als Stromquelle.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Spannungsquellen
Um einen Stromfluss in einem elektrischen Schaltkreis zu
erzeugen, ist eine Spannung oder Potentialdifferenz nötig. Geeignete Quellen können
z. B. sein: (1) elektrostatische Maschinen, die nach dem Prinzip der Induktion
elektrischer Ladungen durch mechanische Vorgänge arbeiten; (2)
elektromagnetische Maschinen, in denen Strom durch die mechanische Bewegung von
Leitern durch ein oder mehrere Magnetfelder erzeugt wird; (3) voltaische Zellen,
in denen durch elektrochemische Vorgänge chemische Energie in elektrische
Energie umgewandelt wird; (4) Apparaturen, die Strom durch die Wirkung von Wärme
erzeugen; (5) Geräte, die elektrischen Strom durch die Einwirkung von Licht
liefern; (6) Vorrichtungen, bei denen eine elektrische Spannung durch Druck
entsteht wie z. B. in einem piezoelektrischen Kristall (siehe Kristall); (7)
Brennstoffzellen, in denen aus brennbaren Gasen (z. B. Wasserstoff oder Erdgas)
direkt auf elektrochemischem Weg elektrischer Strom gewonnen wird.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Spulen
Spulen bestehen aus Leitungsdraht, der in Form einer Rolle
aufgewickelt ist. Wenn Strom durch die Spule fließt, wird ein der Stromrichtung
entgegengesetztes Magnetfeld aufgebaut, falls die Stromstärke schnell wechselt
(siehe Induktion). Eine Spule kann wie ein Kondensator dazu verwendet werden,
zwischen schnell wechselnden und langsam wechselnden Signalen zu trennen. Bei
einer Kombination von Spule und Kondensator erreicht die Spannung in der Spule
bei einer bestimmten Frequenz einen Maximalwert. Diese Frequenz hängt von der
Kapazität des Kondensators und der Induktivität der Spule ab. Man verwendet
dieses Prinzip in Radioempfängern, wobei eine spezielle Frequenz durch einen
regelbaren Kondensator eingestellt wird.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Elektrischer Strom
Wenn zwei gleich starke, entgegengesetzt geladene Körper über
einen metallischen Leiter verbunden werden, "neutralisieren" sich die
Ladungen im Prinzip gegenseitig. Diese Neutralisierung wird durch einen
Elektronenfluss im Leiter vom negativ geladenen Körper zum positiv geladenen
erreicht (in einigen Zweigen der Elektrotechnik geht man vereinbarungsgemäß
davon aus, dass die Stromrichtung umgekehrt ist, also von Plus nach Minus). In
jedem zusammenhängenden Leitersystem fließen Elektronen von der Stelle mit dem
geringsten Potential zu der Stelle mit dem höchsten Potential. Dieser Vorgang
wird als elektrischer Strom bezeichnet. So genannter Gleichstrom fließt ständig
in die gleiche Richtung, während Wechselstrom ständig seine Richtung ändert.
Drei voneinander abhängige Größen bestimmen den Fluss von
Gleichströmen. Die erste ist die Potentialdifferenz im Stromkreis, die auch als
Spannung bezeichnet wird. Die zweite ist die Stärke des fließenden Stromes.
Diese Größe wird üblicherweise in Ampere angegeben, wobei ein Ampere einem
Fluss von ungefähr 6,250 × 1018 Elektronen pro Sekunde entspricht,
die einen beliebigen Punkt im Stromkreis innerhalb einer Sekunde durchfließen.
Unter normalen Bedingungen leisten alle Substanzen, Leiter ebenso wie
Nichtleiter, dem Fluss des elektrischen Stromes einen gewissen Widerstand.
Dieser Widerstand begrenzt notwendigerweise den Strom und wird in Ohm (?)
angegeben. Das Ohm ist als der Widerstand definiert, der den Strom in einem
Stromkreis mit einer Potentialdifferenz von einem Volt auf ein Ampere begrenzt.
Diese Beziehung ist das Ohm’sches Gesetz und wurde nach dem deutschen Physiker
Georg Simon Ohm benannt, der diese Beziehung 1827 aufstellte. Das Ohm’sche
Gesetz kann in der algebraischen Gleichung U = I × R ausgedrückt
werden, wobei U die Spannung in Volt ist, I die Stromstärke in Ampere und R der
Widerstand in Ohm. Aus dieser Gleichung kann für einen gegebenen Stromkreis
jede der drei Größen ausgerechnet werden, wenn die anderen beiden Größen
bekannt sind. Eine andere Formulierung des Ohm’schen Gesetzes lautet I = U/R.
Siehe elektrischer Schaltkreis; elektrische Leistungsmesser.
Wenn ein elektrischer Strom durch einen Draht fließt, können
zwei wichtige Wirkungen beobachtet werden: Die Temperatur des Drahtes steigt,
und ein Magnet oder eine Kompassnadel in der Nähe des Drahtes werden abgelenkt.
Während des Stromflusses stoßen die Elektronen mit den Atomen des Leiters
zusammen und verlieren Energie, die in Form von Wärme frei wird. Die
aufgewendete Energiemenge in einem Stromkreis gibt man in Joule an. Die benötigte
Leistung für diesen Vorgang wird in Watt gemessen, wobei ein Watt einem Joule
pro Sekunde entspricht. Die Leistung in einem gegebenen Stromkreis kann mit
Hilfe der Gleichung P = U × I oder P = I2 × R berechnet
werden. Leistung kann auch erbracht werden, wenn mechanische Arbeit geleistet
wird, durch elektromagnetische Strahlung wie z. B. Licht oder Radiowellen, sowie
durch elektrochemische Prozesse.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Stromversorgungsnetze,
Systeme zur Umwandlung anderer Energieformen in elektrische
Energie und zur Übertragung dieser Energie zum Verbraucher. Hinsichtlich der
Kosten pro übertragener Energieeinheit hat die Energieübertragung in Form von
elektrischem Strom bedeutende wirtschaftliche Vorteile (Siehe Elektromotoren und
Generatoren). Stromversorgungsnetze ermöglichen auch die Nutzung von
Wasserkraft über größere Distanzen. Moderne Stromversorgungsnetze arbeiten
mit Wechselstrom, da dessen Spannung mit Hilfe von Transformatoren leicht erhöht
oder verringert werden kann. Somit kann jeder Teil des Systems mit der
geeigneten Spannung betrieben werden. Ein Stromversorgungsnetz besteht aus sechs
Hauptelementen: (1) dem Kraftwerk, (2) den Transformatoren, welche die erzeugte
Spannung auf die hohen Spannungen der Hochspannungsnetze transformieren, (3) den
Hochspannungsleitungen, (4) den Transformatoren, welche die Spannung der
Mittelspannungsnetze erzeugen, (5) den Mittelspannungsnetzen und (6) den
Transformatoren, welche die vom Verbraucher benötigte Spannung erzeugen.
In typischen Systemen erzeugen die Generatoren der Kraftwerke
Spannungen bis 26 000 Volt. Höhere Spannungen sind wegen der komplizierten
Isolierung und des Risikos, dass Störungen und Schäden auftreten, unerwünscht.
Diese Spannung wird mit Transformatoren auf Spannungen von 138 000 Volt bis 765
000 Volt für die Übertragung auf den Hochspannungsnetzen erhöht. Je höher
die Spannung ist, desto geringer ist die Stromstärke und folglich der zum
Quadrat der Stromstärke proportionale Energieverlust. In Umspannwerken wird die
Spannung auf 69 000 Volt bis 138 000 Volt verringert, um die Übertragung auf
den Mittelspannungsnetzen zu ermöglichen. Schließlich wird die Spannung noch
einmal mit Transformatoren auf die verschiedenen Verbrauchsspannungen reduziert.
Die Schwerindustrie benötigt üblicherweise 33 Kilovolt (ein Kilovolt oder kV
entspricht 1 000 Volt), Eisenbahnen benötigen 15 bis 25 Kilovolt. Für andere
Verbraucher wird die Spannung weiter reduziert: Für Gewerbebetriebe benötigt
man etwa 415 Volt, Haushalte in manchen Ländern 240 Volt, in anderen 220 oder
110 Volt.
Die Entwicklung von Hochspannungsgleichrichtern ermöglicht die
wirtschaftlich sinnvolle Umwandlung von Hochspannungswechselstrom in
Hochspannungsgleichstrom zur Energieübertragung. Dadurch werden kapazitive und
induktive Verluste (siehe unten) bei der Übertragung vermieden.
Das Kraftwerk eines Stromnetzes besteht aus einer primären
Antriebseinheit, wie z. B. einer Wasser- oder Dampfturbine, die einen
elektrischen Generator antreibt. Der weltweit größte Teil der elektrischen
Energie wird mit Hilfe von Dampf produziert, der wiederum durch Kohle, Öl,
Kernenergie oder Gas erzeugt wird. Geringere Mengen an elektrischer Energie
werden mit Wasserkraft, Dieselmotoren oder anderen Verbrennungsmotoren
produziert.
Die Leitungen der Hochspannungsnetze bestehen gewöhnlich aus
Kupfer- oder Aluminiumdraht oder aus Stahl, der mit Kupfer bzw. Aluminium
ummantelt ist. Die Leitungen sind mit Isolatoren aus Porzellan an hohen
Gittermasten aus Stahl befestigt. Durch die Verwendung von ummanteltem
Stahldraht und hohen Masten kann der Abstand zwischen den Masten vergrößert
werden, wodurch sich die Leitungskosten verringern. Moderne
Hochspannungsleitungen, die gerade verlaufen, kommen mit weniger als vier Masten
pro Kilometer aus. In Städten und anderen Gebieten, in denen offene Leitungen
eine Gefahr darstellen, werden für die Stromverteilung isolierte Erdkabel
verwendet. Einige dieser Kabel besitzen einen Hohlraum, in dem Öl unter
geringem Druck zirkuliert. Das Öl gewährleistet einen vorübergehenden Schutz
vor Wasserschäden, wenn ein Leck im Kabel auftritt. Röhrenartige Kabel, in
denen mehrere Kabel in einer Röhre eingeschlossen sind, in der sich unter hohem
Druck (etwa 15 Atmosphären) stehendes Öl befindet, werden für Stromleitungen
mit Spannungen bis 345 Kilovolt verwendet.
Jedes Stromversorgungsnetz besitzt eine große Menge zusätzlicher
Einrichtungen für den Schutz der Generatoren, Transformatoren und Leitungen.
Das Netz besitzt häufig auch Vorrichtungen, welche die an den Verbraucher
abgegebene Spannung regulieren und den Leistungsfaktor des Netzes korrigieren
(siehe unten).
Um alle Teile eines Netzes vor Kurzschlüssen und zu hohen
Stromstärken zu schützen und um normale Schaltvorgänge zu ermöglichen,
werden Stromkreisunterbrecher verwendet. Diese Unterbrecher sind große
Schalter, die im Fall ein Kurzschlusses oder unter anderen Bedingungen, die ein
plötzliches Ansteigen der Stromstärke zur Folge haben, automatisch betätigt
werden. Da im Augenblick der Stromkreisunterbrechung zwischen den Enden des
Schalters ein Lichtbogen gebildet wird, sind einige große Schalter (wie sie z.
B. zum Schutz von Generatoren oder von Teilen einer Hochspannungsleitung
verwendet werden) in einem flüssigen Dielektrikum wie Öl untergebracht, um den
Lichtbogen zu unterdrücken. Bei großen Schaltern, die in Luft oder in Öl
arbeiten, werden Magnetfelder eingesetzt, um den Lichtbogen zu unterbrechen.
Kleine Stromkreisunterbrecher werden in Läden, Fabriken und modernen
Hausinstallationen verwendet. Bei elektrischen Installationen in Wohnhäusern
wurden früher für den gleichen Zweck gewöhnlich Sicherungen verwendet. Eine
Sicherung besteht aus einem Stück Legierung mit einem niedrigen Schmelzpunkt.
Sie wird in den Stromkreis geschaltet und schmilzt, wenn die Stromstärke über
einen bestimmten Wert ansteigt, wodurch der Stromkreis unterbrochen wird.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Thermoelektrische Messinstrumente
Mit Messgeräten, die auf die Wärmewirkung eines elektrischen
Stromes reagieren, misst man hochfrequente Wechselströme. Bei einem
thermoelektrischen Messinstrument, auch Thermoumformer genannt, fließt der
Strom durch einen dünnen Draht, der eine Thermopaarlötstelle erwärmt. Die im
Thermopaar erzeugte Elektrizität wird mit einem gewöhnlichen Galvanometer
gemessen. Bei einem Hitzedrahtinstrument fließt der Strom durch einen dünnen
Draht, der sich erwärmt und ausdehnt. Dieser Draht ist mechanisch mit einem
Zeiger verbunden. Dieser bewegt sich über eine kalibrierte Skala.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Transformator,
elektronisches Gerät, das mindestens zwei elektrisch getrennte
Drahtspulen enthält, die im Prinzip magnetisch miteinander gekoppelt sind. Die
Übertragung der elektrischen Energie von der ersten Spule (Primärspule) auf
die zweite Spule (Sekundärspule) erfolgt durch Induktion (siehe Elektrizität).
Zur Verminderung so genannter Wirbelströme enthalten die Spulen lamellierte
Eisenkerne. Grob gesehen entspricht die elektrische Spannung an den Wicklungen
der Spulen der Anzahl der Windungen.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Transistoren
Transistoren werden aus Halbleitern gefertigt. Das sind
Materialien wie z. B. Silicium oder Germanium, die "dotiert" wurden
(Hinzufügung winziger Mengen eines fremden Elements), so dass entweder ein Überschuss
oder ein Mangel an freien Elektronen vorliegt. Im ersten Fall wird der
Halbleiter als n-Leiter (negativ) bezeichnet, im anderen Fall als p-Leiter
(positiv). Durch die Kombination von Materialien beider Typen wird eine Diode
realisiert. Wenn diese Diode mit einer Stromquelle (z. B. einer Batterie) derart
verbunden wird, dass der p-Leiter positiv und der n-Leiter negativ ist, werden
die Elektronen von dem negativen Batteriepol abgestoßen und können ungehindert
in die p-Region vordringen, der es an Elektronen mangelt. Wenn die Batterie
umgekehrt angeschlossen wird, gelangen die Elektronen, die im p-Material
ankommen, nur unter Schwierigkeiten zum n-Leiter, der bereits mit freien
Elektronen angefüllt ist. In diesem Fall fließt so gut wie kein Strom.
Der bipolare Transistor wurde 1948 als Ersatz für die Vakuumröhre
erfunden. Er besteht aus drei Schichten dotierten Materials, die zwei
p-n-Verbindungen (Bipole) in den Konstellationen p-n-p oder n-p-n bilden. Eine
Verbindung des Transistors ist an eine Stromquelle angeschlossen, um Strom fließen
zu lassen (Durchlassrichtung), während die andere in der umgekehrten Richtung
angeschlossen ist (Sperrrichtung). Wenn der Strom in Durchlassrichtung durch ein
anliegendes Signal verändert wird, reagiert der Strom in der Sperrrichtung
entsprechend darauf. Dieses Prinzip kann für den Bau von Verstärkern
ausgenutzt werden, bei denen ein schwaches Signal in Durchlassrichtung eine
starke Stromveränderung in der Sperrrichtung auslöst.
Ein anderer Transistortyp ist der Feldeffekt-Transistor (FET).
Dieser Transistor arbeitet nach dem Prinzip der Anziehung oder Abstoßung von
Ladungen in einem umgebenden elektrischen Feld. Eine Stromverstärkung wird auf
eine ähnliche Art erreicht wie durch die Gittersteuerung einer Vakuumröhre.
Feldeffekt-Transistoren arbeiten viel effizienter als bipolare Transistoren, da
ein starkes Signal mit einem sehr kleinen Energieaufwand gesteuert werden kann.
Der FET ist der wichtigste Vertreter der unipolaren Transistoren.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Vakuumröhren
Eine Vakuumröhre (auch Elektronenröhre genannt) besteht aus
einem luftleeren Glaskörper, der mehrere Metallelektroden enthält. Eine
einfache zweielementige Röhre (Diode) besitzt eine Kathode und eine Anode, die
mit dem positiven Pol der Stromversorgung verbunden ist. Die Kathode, eine
kleine Metallröhre, wird durch einen Heizfaden erhitzt. Dadurch setzt man
Elektronen frei, die zur Anode wandern, einem Metallzylinder rund um die
Kathode. Wenn an die Anode eine Wechselspannung angelegt wird, fließen jeweils
nur während der positiven Periode Elektronen. In der negativen Periode der
Wechselspannung weist die Anode alle Elektronen ab, so dass kein Strom durch die
Röhre fließen kann. Auf diese Weise kann z. B. Wechselstrom in Gleichstrom
umgewandelt werden (siehe Elektrizität; Gleichrichtung). Wenn ein Gitter aus
Metalldrahtspiralen zwischen der Kathode und der Anode angebracht wird, kann
durch Anlegen einer negativen Spannung an das Gitter der Elektronenfluss
gesteuert werden. Wenn das Gitter negativ ist, weist es Elektronen ab, und nur
ein Bruchteil der von der Kathode ausgestrahlten Elektronen kann die Anode
erreichen. Eine solche Röhre wird Triode genannt und kann als Verstärker
eingesetzt werden. Leichte Schwankungen der Gitterspannung, die durch Funk- oder
Audiosignale erzeugt werden, verursachen starke Veränderungen im
Elektronenfluss von der Kathode zur Anode und damit auch in der Schaltung, die
mit der Anode verbunden ist.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Verband deutscher Elektrotechniker e.V.
(VDE),
Vereinigung zur Förderung und Pflege der technischen
Wissenschaften und ihrer Anwendung mit Sitz in Frankfurt am Main. Der 1893 gegründete
VDE, der 33 Bezirksvereine mit über 36 000 Mitgliedern repräsentiert,
organisiert u. a. Fachtagungen, Vorträge und Seminare. Er unterhält seit 1920
eine Prüfstelle, die elektrotechnische Erzeugnisse einer eingehenden
Sicherheitsprüfung unterzieht und mit dem VDE-Prüfzeichen zertifiziert.
Angegliedert sind dem VDE fünf Wissenschaftsorganisationen: die
Informationstechnische Gesellschaft, die Energietechnische Gesellschaft sowie
die VDI/VDE Gesellschaften Mikroelektronik, Mess- und Automatisierungstechnik,
Mikro- und Feinwerktechnik.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Verstärkerschaltungen
Elektronische Verstärker werden hauptsächlich zur Erhöhung
von Spannungen, Stromstärken oder Signalstärken verwendet. Ein linearer Verstärker
liefert eine Signalverstärkung ohne oder mit sehr geringer Verzerrung, so dass
die Ausgabe proportional zur Eingabe ist. Ein nichtlinearer Verstärker kann
dagegen spürbare Veränderungen an der Wellenform des Signals vornehmen.
Lineare Verstärker werden für Audio- und Videosignale genutzt, während
nichtlineare Verstärker in Oszillatoren, Stromquellen, Modulatoren, Mischern,
Logikschaltungen und anderen Anwendungen zu finden sind, bei denen eine Kappung
der Amplitude erwünscht ist. Obwohl in der Vergangenheit Vakuumröhren im Verstärkerbau
eine entscheidende Rolle spielten, werden heutzutage im Allgemeinen einzelne
Transistorschaltungen oder integrierte Schaltkreise eingesetzt.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Volt
Volt, Einheit der elektrischen Spannung bzw. der elektrischen
Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten, Einheitenzeichen V, SI-Einheit des
Internationalen Einheitensystems. Das elektrische Potential ist die potentielle
Energie in elektrischen Systemen. 1 Volt ist gleich der Potentialdifferenz
zwischen zwei Punkten, wenn die Arbeit 1 Joule nötig ist, um die Ladung 1
Coulomb von einem zum anderen Punkt zu bewegen (siehe elektrische Einheiten;
Elektrizität).
zurück zum Stichwortverzeichnis
Voltmessung
Zur Messung eines Potentialgefälles, also einer Spannung, wird
ein Galvanometer mit hohem Widerstand mit der Spule in Reihe geschaltet. Legt
man diese Anordnung an eine Batterie oder an zwei Punkte eines Stromkreises an,
fließt ein kleiner Strom durch das Messgerät. Damit das Messgerät nicht
leidet, wird der Strom durch einen in Reihe geschalteten Widerstand begrenzt.
Der Strom ist proportional zur Spannung. Ist das Galvanometer entsprechend
kalibriert, kann man die Spannung messen. Mit entsprechend dimensionierten
Reihenwiderständen kann man mit einem Galvanometer eine breite Palette von
Spannungen messen. Das genaueste Gerät zur Messung von Spannungen ist das
Potentiometer. Hier gelingt die Messung durch den Vergleich einer unbekannten,
gemessenen Spannung mit einer bekannten Größe.
Zur Messung von Wechselstrom verwendet man Wechselstrommesser
mit hohem Innenwiderstand oder ähnliche Geräte mit hohem Reihenwiderstand.
Bei weiteren Verfahren zur Spannungsmessung kommen Vakuumröhren
und elektronische Schaltkreise zum Einsatz (siehe Elektronik). Sie sind
besonders für Messungen bei hohen Frequenzen geeignet. Ein solches Gerät ist
der Röhrenvoltmesser. In seiner einfachsten Form wird dabei ein Wechselstrom
mit einer Vakuumdiode gleichgerichtet und dieser gleichgerichtete Strom mit
einem gewöhnlichen Galvanometer gemessen. Bei anderen Voltmessgeräten dieser
Art werden die verstärkenden Eigenschaften von Elektronenröhren genutzt, um äußerst
geringe Spannungen zu messen. Das Elektronenstrahl-Oszilloskop kann ebenfalls
zur Spannungsmessung eingesetzt werden, da die Ablenkung des Elektronenstrahles
proportional zu der auf die Ablenkplatten oder -spulen wirkenden Spannung ist.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Wattmeter
Der von einem beliebigen Teil eines Stromkreises verbrauchte
Strom lässt sich am besten mit einem Wattmeter messen, einem Gerät, das einem
Elektrodynamometer ähnelt. Die fixierte Spule eines Wattmeters ist so
angeschlossen, dass die gesamte Spannung des Stromkreises durch sie läuft. Die
bewegliche Spule ist mit einem hohen Widerstand in Reihe geschaltet. Der
durchfließende Strom ist proportional zur Spannung der Stromquelle. Die so
erreichte Ablenkung der beweglichen Spule hängt sowohl von der Stromstärke als
auch von der Spannung ab und kann direkt als elektrische Leistung kalibriert
werden, da die elektrische Leistung das Produkt aus Spannung und Stromstärke
ist.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Wechselströme
Wenn ein Leiter in einem Magnetfeld hin und her bewegt wird, ändert
der Strom im Leiter ständig seine Flussrichtung. Mehrere Strom erzeugende Geräte
arbeiten nach diesem Prinzip und erzeugen so einen Wechselstrom. Im Vergleich zu
Gleichstrom hat Wechselstrom mehrere nützliche Eigenschaften. Der in der Praxis
wichtigste Vorteil des Wechselstromes liegt darin, dass Spannung und Stromstärke
durch einen Transformator auf fast jeden gewünschten Wert gebracht werden können.
Wenn ein Wechselstom in einer Drahtspule fließt, werden Magnetfelder mit ständig
umkehrenden Polen auf- und abgebaut. Wenn ein anderer elektrischer Leiter oder
eine Drahtspule in das Magnetfeld der ersten Spule gebracht wird, ohne dass eine
elektrische Verbindung besteht, induziert das Magnetfeld einen Wechselstrom in
der zweiten Spule. Wenn die zweite Spule eine größere Anzahl von Wicklungen
hat als die erste, ist die in der zweiten Spule induzierte Spannung größer als
die Spannung in der ersten Spule, da das Magnetfeld auf eine größere Anzahl
von Einzelleitern einwirkt. Umgekehrt ist die induzierte Sekundärspannung
kleiner als die Primärspannung, wenn die Sekundärspule eine geringere Anzahl
von Wicklungen aufweist.
Der Transformator ermöglicht die Übertragung elektrischer
Energie über weite Strecken. Wenn 200 000 Watt Leistung an eine Stromleitung
abgegeben werden, können diese ebenso gut mit einer Spannung von 200 000 Volt
und einer Stromstärke von einem Ampere wie auch mit einer Spannung von 2 000
Volt und einer Stromstärke von 100 Ampere abgegeben werden, da die Leistung
gleich dem Produkt aus Spannung und Stromstärke ist. Der Leistungsverlust in
der Leitung durch Erwärmung ist gleich dem Quadrat der Stromstärke
multipliziert mit dem Widerstand. Wenn der Leitungswiderstand zehn Ohm beträgt,
verliert die 200 000 Volt-Leitung zehn Watt Leistung, die 2 000 Volt-Leitung
jedoch 100 000 Watt, was der halben Leistung entspricht. Siehe
Stromversorgungsnetze.
Das Magnetfeld um eine Spule in einem Wechselstromkreis ändert
sich ständig und die Spule verzögert ständig den Stromfluss aufgrund der oben
erwähnten Induktivität. Das Verhältnis zwischen der Spannung und der Stromstärke
bei einer idealen Spule (d. h. an einer Spule ohne Widerstand) ist dergestalt,
dass die Stromstärke den Wert Null annimmt, wenn die Spannung ihr Maximum
erreicht, und umgekehrt die Stromstärke ihr Maximum erreicht, wenn die Spannung
den Wert Null annimmt. Zusätzlich induziert das sich ändernde Magnetfeld eine
Potentialdifferenz in der Spule, die die gleiche Größe und die umgekehrte
Richtung der anliegenden Spannung besitzt. In der Realität besitzen Spulen
immer Widerstand, Kapazität und Induktivität.
Befindet sich in einem Wechselstromkreis ein Kondensator, ist
die Stromstärke proportional zur Größe des Kondensators und zur Häufigkeit
des Spannungswechsels im Kondensator. In einem idealen Kondensator sind Spannung
und Stromstärke genau phasenverschoben. Es fließt kein Strom, wenn die
Spannung ihren Maximalwert erreicht, weil dann die Änderungsrate der Spannung
Null beträgt. Umgekehrt ist die Stromstärke am größten, wenn die Spannung
Null beträgt, weil dann die Änderungsrate der Spannung am größten ist. Strom
fließt auch dann durch einen Kondensator, wenn keine direkte elektrische
Verbindung zwischen seinen Platten besteht, da die Spannung an einer Platte eine
entgegengesetzte Ladung auf der anderen Platte induziert.
Aus den oben genannten Wirkungen folgt, dass keine Leistung
verloren geht, wenn Wechselspannung an ideale Induktivität oder Kapazität
angelegt wird. In der Praxis weisen jedoch alle Wechselstromkreise neben
Induktivität und Kapazität auch Widerstand auf, und daher geht tatsächlich
Leistung verloren. Der Leistungsverlust hängt von den relativen Beträgen der
drei Größen in den Stromkreisen ab.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Wheatstone-Brücke
Widerstände lassen sich am genauesten mit einem Galvanometer
messen, das sich in einem Stromkreis befindet und nach dem britischen Physiker
Sir Charles Wheatstone Wheatstone-Brücke genannt wird. Dieser Stromkreis
besteht aus drei bekannten und einem unbekannten Widerstand, die rautenförmig
angeordnet sind. Eine Gleichspannung wird an zwei gegenüberliegenden Punkten
der Raute angelegt. Zwischen die beiden anderen Punkte wird ein Galvanometer
geschaltet. Stehen alle vier Widerstände in einem stabilen Verhältnis
zueinander, fließt der gleiche Strom durch die beiden Teile des Stromkreises,
und kein Strom fließt durch das Galvanometer. Ändert man den Wert eines der
bekannten Widerstände, kann die Brücke dazu verwendet werden, jeden Wert des
unbekannten Widerstands auszugleichen, den man anhand der Werte der anderen
Widerstände berechnen kann. Ähnliche Brücken, bei denen die Widerstände der
Brückenteile durch bekannte Induktivitäten oder Kapazitäten ersetzt werden,
verwendet man zur Messung der Induktivität oder Kapazität der Teile von
Stromkreisen. Brücken dieser Art heißen meist Wechselstrom-Messbrücken, da
sie statt mit Gleichstrom mit Wechselstrom gespeist werden.
zurück zum Stichwortverzeichnis
Widerstand, elektrischer,
Eigenschaft eines bestimmten Körpers oder eines Materials,
einen elektrischen Stromfluss zu behindern. Die Größe des Widerstands in einem
elektrischen Stromkreis bestimmt, wie viel Strom bei einer bestimmten an einen
Stromkreis angelegten Spannung z. B. gemäß dem ohmschen Gesetz fließen kann.
Die Einheit des elektrischen Widerstands ist das Ohm. Es ist definiert als der
Widerstand, der bei einer angelegten Spannung von einem Volt den Strom auf ein
Ampere begrenzt. Das einheitliche Formelzeichen für den elektrischen Widerstand
ist R, als Symbol für die Einheit Ohm wurde der griechische Großbuchstabe
Omega ? gewählt. Der elektrische Widerstand ist vom Material abhängig. Bei
einem zylindrischen homogenen Leiter wird dieser Umstand berücksichtigt, in dem
man einen materialabhängigen Faktor mit dem Quotienten aus Leiterlänge und
Querschnitt multipliziert. Den Faktor nennt man auch spezifischen Widerstand.
Bei manchen Berechnungen an elektrischen Netzwerken ist es zweckmäßiger, mit
dem Kehrwert des spezifischen Widerstands zu rechnen, den man als elektrische
Leitfähigkeit ? bezeichnet. Die Einheit der Leitfähigkeit ist das Siemens pro
Meter (S/m). Den reziproken elektrischen Widerstand 1/R nennt man elektrischen
Leitwert (abgekürzt: G) – dieser hat die Einheit Siemens (S).
Der spezifische Widerstand wird nicht nur durch Leiterlänge und
den Leiterquerschnitt bestimmt, sondern auch durch die Temperatur beeinflusst.
Bei einer festen Temperatur ist der Widerstand dem spezifischen Widerstand und
der Länge des Widerstandskörpers direkt proportional und verhält sich
indirekt proportional zur Querschnittsfläche. Gewöhnlich steigt der Widerstand
eines Materials mit steigender Temperatur.
zurück zum Stichwortverzeichnis
zum Seitenanfang
Erstellt von Bastian Höft, EI 97 A |